Wabenkorrosion: wie sie gemäß ASTM G48 und ASTM A262 zu interpretieren ist

Lokale Korrosion ist einer der heimtückischsten Mechanismen für rostfreie Stähle und Speziallegierungen: Sie zu erkennen und zu verhindern ist entscheidend für die Zuverlässigkeit von Anlagen.

Was ist alveoläre Korrosion

Wabenkorrosion, die oft mit Lochfraß verglichen wird, ist eine Form der lokalisierten Korrosion, die sich durch kleine punktförmige Angriffe oder Hohlräume auf der Oberfläche des Materials äußert. Im Gegensatz zu gleichmäßiger Korrosion kann diese Art der Zersetzung in der Tiefe ohne offensichtliche Anzeichen fortschreiten und zu plötzlichen Perforationen und strukturellem Versagen führen.

Dies ist ein typisches Phänomen für rostfreie Stähle und korrosionsbeständige Legierungen, wenn sie in Umgebungen mit Chloriden, Salzlösungen oder aggressiven chemischen Bedingungen eingesetzt werden.


Warum Wabenkorrosion bei Befestigungssystemen kritisch ist

Bei Befestigungssystemen stellt die Wabenkorrosion ein hohes Risiko dar, denn:

  • reduziert den widerstandsfähigen Teil des Bolzens oder der Schraube drastisch;
  • können in Bereichen ausgelöst werden, die schwer zu inspizieren sind, wie z.B. Gewinde und Kontaktflächen;
  • führt zu plötzlichen Ausfällen ohne Vorwarnung;
  • macht selbst eine korrekte mechanische Dimensionierung unwirksam.

Aus diesem Grund ist die Korrosionsbeständigkeit von Waben ein wichtiger Parameter bei der Auswahl von Materialien für Offshore-, Marine-, Chemie- und Energieanwendungen.


Die Norm ASTM G48: Lochfraß- und Spaltkorrosionsbeständigkeitstest

ASTM G48 ist eine der am häufigsten verwendeten Referenznormen für die Bewertung der Alveolar- und Spaltkorrosionsbeständigkeit von rostfreien, Duplex- und Superduplex-Stählen.

Bei dem Test wird das Material bei kontrollierter Temperatur über einen bestimmten Zeitraum einer Eisenchloridlösung ausgesetzt. Am Ende des Tests wird es bewertet:

  • das Vorhandensein von lokalisierten Angriffen;
  • Verlust von Masse;
  • die Tiefe und Verteilung der Alveolen.

ASTM G48 ist besonders geeignet für den Vergleich von Materialien wie AISI 316L, 904L e s32750-w-1-4410-saf-2507/">Superduplex UNS S32750 in Bezug auf das tatsächliche Verhalten in chlorhaltigen Umgebungen.


Die Norm ASTM A262: Interkristalline Korrosion und Sensibilisierung

ASTM A262 ist eine Norm, die sich auf die Bewertung der interkristallinen Korrosion konzentriert, ein anderes, aber eng mit der Wabenkorrosion verbundenes Phänomen im Hinblick auf die Zuverlässigkeit des Materials.

Dieser Standard wird verwendet, um zu prüfen, ob ein rostfreier Stahl sensibilisiert ist, d.h. anfällig für bevorzugte Korrosion entlang der Korngrenzen, oft als Folge einer falschen Wärmebehandlung oder Schweißung.

Ein Material, das die ASTM A262-Tests besteht, bietet auch bessere Garantien gegen lokale Korrosionsauslösung unter realen Betriebsbedingungen.


Vergleich von ASTM G48 und ASTM A262

Standard Art der bewerteten Korrosion Ziel des Tests Typische Anwendung
ASTM G48 Wabenstruktur / Lochfraß / Rissbildung Widerstandsfähigkeit in chlorhaltigen Umgebungen Offshore, Marine, Chemie
ASTM A262 Intergranular Sensibilisierungstest Geschweißte Komponenten, austenitischer rostfreier Stahl

Geeignetere Materialien gegen Wabenkorrosion

Die Korrosionsbeständigkeit von Waben hängt stark von der chemischen Zusammensetzung des Materials ab, insbesondere vom Chrom-, Molybdän- und Stickstoffgehalt (PREN-Wert).

Zu den am häufigsten verwendeten Materialien zur Bekämpfung dieses Phänomens gehören:

Fazit

Wabenkorrosion ist ein großer Risikofaktor für die Haltbarkeit von rostfreien Stählen und Befestigungssystemen in aggressiven Umgebungen. Die Normen ASTM G48 und ASTM A262 sind grundlegende Instrumente zur Bewertung des Materialverhaltens und zur Vermeidung kritischer Ausfälle.

Eine korrekte Interpretation dieser Tests in Verbindung mit der Wahl des geeigneten Materials ermöglicht die Entwicklung von sichereren, zuverlässigeren und langlebigeren Implantaten.

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